1-Butanol ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole. 1-Butanol ist eine farblose, klare Flüssigkeit mit charakteristisch stechendem Geruch, die mit Wasser nur sehr begrenzt mischbar ist, mit Ottokraftstoff aber in jedem Verhältnis.
Der Energieinhalt von 1-Butanol liegt unter dem von Ottokraftstoff ist aber deutlich höher als der von Ethanol. Bei Verwendung von 1-Butanol-Ottokraftstoff-Gemischen liegt der Kraftstoffverbrauch unter identischen Fahrtbedingungen unter dem Kraftstoffverbrauch von Ethanol-Ottokraftstoff-Gemischen mit einem vergleichbaren Alkoholgehalt. Der niedrigere Dampfdruck von 1-Butanol sowie die schlechtere Mischbarkeit mit Wasser sind im Hinblick auf den Einsatz in Ottokraftstoffen im Vergleich zu Ethanol Vorteile. Diese Vorteile können auch für 1-Butanol-Ethanol-Ottokrafstoff-Gemische genutzt werden.
Tabelle : Eigenschaften von 1-Butanol
| Molmasse |
74,12 g/mol |
| Dichte (bei 15°C) |
810 kg/m³ |
| Siedepunkt |
117,7°C |
| Dampfdruck (bei 20 °C) |
5,6 hPa |
| Flammpunkt |
35 – 37 °C |
| Löslichkeit in Wasser (bei 25 °C) |
90 g/liter |
| Volumetrische Energiedichte |
Ca. 27,0 MJ/liter |
| Research Oktanzahl |
94 |
1-Butanol als Biokraftstoff-Komponente gewinnt man durch fermentative Umsetzung von Zuckern oder Stärke durch geeignete Mikroorganismen wie z.B. Clostridium acetobutylicum. Als Rohstoffe können Zuckerrohr, Mais, Weizen oder auch Zuckerrüben verwendet werden.
Gelingt die chemische Umsetzung von Cellulose zu fermentierbaren Zuckern, so kann in Zukunft auch Cellulose für die Herstellung von 1-Butanol eingesetzt werden. Die Verwendung von Cellulose ist aufgrund ihrer höheren Verfügbarkeit vorteilhaft. Außerdem ist Cellulose kein Nahrungsmittel und somit würde die Nutzungskonkurrenz von Stärke als Nahrungsmittel bzw. 1-Butanol-Ausgangsmaterial vermieden.
1-Butanol als Biokraftstoff-Komponente wird erstmalig ab 2007 von BP in den Markt eingeführt. Das erste Land, in dem 1-Butanolhaltige Ottokraftstoffe erhältlich sein werden, wird Großbritannien sein.