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Tipps rund ums Bremsen

Blick auf die Straße aus dem Fahrerinnenraum

Auf den Abstand kommt es an

Einwandfrei funktionierende Bremsen sind die Lebensversicherung eines jeden Auto- und Motorradfahrers. Doch selbst die besten Stopper nützen nichts, wenn der Sicherheitsabstand zu gering ist. In Gefahrensituationen fehlen dann die letzten entscheidenden Meter. Die Folge: Auffahrunfälle mit fatalen Konsequenzen.
Auch für versierte Schrauber gilt: Finger weg von der Bremsanlage, Wartungs- und Reparaturarbeiten immer der Fachwerkstatt überlassen. Neben dem routinemäßigen Bremsencheck bei Inspektionen sollten vor längeren Reisen auch Stoßdämpfer und Bremsflüssigkeit kontrolliert werden. Denn: Defekte Dämpfer verlängern den Bremsweg und mindern die Wirkung des Antiblockiersystems (ABS) durch fehlenden Bodenkontakt. Die Bremsflüssigkeit sollte alle zwei Jahre erneuert werden. Der Hintergrund: Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, nimmt also Wasser auf. Deshalb beginnt überalterte Bremsflüssigkeit unter hoher Belastung wie bei Fahrten im Gebirge zu kochen und die Bremsen versagen. Stoßdämpfer- und Bremsflüssigkeitstests bieten neben Werkstätten Prüforganisationen wie TÜV Rheinland an.

Bremsencheck für Biker
Besonders für Motorradfahrer ist der einwandfreie Zustand von Bremsen überlebenswichtig. Deshalb zum Saisonauftakt im Frühjahr die Bremsscheiben auf Riefen oder Rost überprüfen und danach mit speziellen Reinigern aus dem Fachhandel säubern. Die Stärke der Bremsbeläge oder -klötze auf ausreichende Stärke kontrollieren. Ist die Bremsflüssigkeit bereits trüb und schwarz (Schauglas am Lenker), steht der sofortige Austausch an. Außerdem Leitungen auf eventuelle Lecks oder Materialschäden checken. Auch für Motorradfahrer gilt allerdings: Defekte nur in der Werkstatt beheben lassen.
Die Zwei-Sekunden-Regel
Neben funktionierenden Bremsen entscheidet der richtige Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug über die Sicherheit am Steuer. Nur wer ausreichend Abstand hält, kann seinen Wagen in Gefahrensituation rechtzeitig zum Stehen bringen. Nach der gebräuchlichen Faustformel sollte der Abstand den halben Tachowert betragen: bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h also mindestens 60 Meter. Der korrekte Abstand lässt sich auch leicht mit der „Zwei-Sekunden-Regel“ errechnen. Dabei abwarten bis der mit gleicher Geschwindigkeit fahrende Vordermann eine Markierung wie einen Leitpfosten oder ein Verkehrsschild passiert. Dann in Ruhe „einundzwanzig, zweiundzwanzig“ zählen. Wer die Markierung noch beim Zählen erreicht, fährt zu dicht auf. Bei schlechten Sicht- und Witterungsverhältnissen die Distanz deutlich vergrößern.

Wie wirkt ABS?
Bereits seit 2004 liefern europäische Autobauer nur noch Fahrzeuge mit ABS aus, das bei Vollbremsungen ein Blockieren der Räder verhindert. Selbst auf schlüpfriger Fahrbahn oder beim Ausweichen bleibt das Auto so manövrierfähig. Mit einem Bremsassistenten, der bei einer Notbremsung automatisch die maximale Bremsleistung aufbaut, müssen seit November 2009 alle neuen Pkw-Modelle ausgerüstet sein. Doch der sichere Umgang mit den elektronischen Helfern will gelernt sein. Insbesondere jungen Fahrern sowie Umsteigern von älteren Fahrzeugen auf moderne Pkw empfiehlt sich deshalb ein Sicherheitstraining nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Viele erleben hier erstmals wie bei einer richtigen Gefahrenbremsung das Pedal kräftig ruckelt und so signalisiert, dass sich das ABS aktiviert. Übrigens: Viele Berufsgenossenschaften unterstützen die Teilnahme finanziell, um die Unfallzahlen auf dem Weg von und zur Arbeit oder bei Dienstfahrten zu verringern.
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