Mit einigen Tipps kann man den heimtückischen Schmerz im Nacken und Rücken verhindern. So reicht manchmal schon die richtige Sitzeinstellung.
Auch wenn die Sitze moderner Fahrzeuge immer besser werden, bekommen viele (Berufskraft-)Fahrer auf langen Strecken Rückenschmerzen. Die richtige Sitzeinstellung, wechselnde Positionen sowie im Extremfall ein orthopädischer Sitz – den fallweise sogar die Krankenkasse bezuschusst – helfen schmerzfrei fahren zu können.
Leider ist das Gesundheitsbewusstsein vieler Autofahrer nicht so ausgeprägt wie der Hang zum optisch optimierten Fahrzeug. Wie sonst könnte es sein, dass Alufelgen und Breitreifen deutlich beliebter sind als körpergerechte Sitze. Immerhin bieten inzwischen die meisten serienmäßigen Fahrzeugsitze ausreichend Komfort und Verstellmöglichkeiten für schmerzfreie Fahrten – wenn sie denn richtig eingestellt werden.
Auch die Oberschenkel brauchen Platz
Wichtig ist die richtige Abstützung und damit Entlastung des Körpers beim Fahren. Weil jeder Seriensitz nur ein Kompromiss sein kann – er soll für die „5-Prozent-Frau“ (nur fünf Prozent aller Frauen sind kleiner oder leichter) ebenso passen wie für den „95-Prozent-Mann“ (nur fünf Prozent aller Männer sind größer oder schwerer). Ein orthopädisch richtig geformter Sitz stützt den Fahrer bei Kurvenfahrten, Brems- und Beschleunigungsmanövern. Ein rückenfreundlicher Sitz sollte über eine ausreichend lange Sitzfläche verfügen, um die Oberschenkel zu stützen. Außerdem sollte er nicht zu weich gepolstert sein. Die Rückenlehne reicht idealerweise bis zu den Schultern und weist eine der Wirbelsäule angepasste S-Form auf. Außerdem wichtig: die seitliche Abstützung durch entsprechende Sitzwangen. Wirklich gute Seriensitze verfügen über deutlich mehr als nur eine Lehnen- sowie eine Längsverstellung. Optimaler Sitzkomfort lässt sich nur mit einer zusätzlichen Höhenverstellung, einem ausziehbaren Sitzkissen sowie in die Sitzlehne integrierte Lordosenstützen erreichen.
Fahrerwechsel heißt Einstellungswechsel
Der Fahrer ist dann allerdings auch gefordert, die vorhandenen Möglichkeiten zur individuellen Anpassung zu nutzen. Wichtig ist die möglichst aufrechte Körperhaltung. Kopf, Hals, Schulter- und Lendenpartie sowie den Beckenbereich sollte der Fahrer so gerade wie möglich aufrichten. Wichtig ist ebenfalls eine ausreichende Neigung des Beckenbereichs. Die richtige Beckenkippung nach vorne hebt den Brustkorb an und richtet die Brustwirbelsäule auf. Die Schultern wandern nach hinten, was den Brustkorb vom Gewicht des Schulter-
gürtels befreit. Die Neigung der Rückenlehne ist so einzustellen, dass die Schultern festen Kontakt zur Lehne haben, wenn die Handbeuge des ausgestreckten Armes auf dem oberen Teil des Lenkradkranzes zu liegen kommt. Die Kopfstütze passt, wenn ihre Oberkante mit dem obersten Punkt des Kopfes fluchtet.
Drehen Sie richtig am Rad
Die Oberschenkel sollten komplett auf dem Sitzkissen aufliegen, der Kniekehlenbereich bleibt frei. Die Längeneinstellung passt, wenn sich alle Pedale bei leicht angewinkelten Beinen ohne großen Kraftaufwand durchtreten lassen.
Beim Fahren sollte man außerdem immer wieder die Sitzposition leicht variieren, weil es nicht über Stunden eine optimale Position gibt. Zudem helfen regelmäßige Pausen und kleine Übungen (Hände in den Nacken legen, Kopf dagegendrücken, halten und wieder entspannen sowie Hände von außen an beide Knie legen und Beine nach außen drücken), kommenden Rückenschmerzen vorzubeugen.
Bei Dauerschmerzen hilft die Krankenkasse
Wer als Berufskraftfahrer trotz Seriensitz Rückenschmerzen bekommt oder im Rahmen der beruflichen Rehabilitation nach einem Unfall Probleme beim Sitzen hat, kann bei der Bundesversicherungsanstalt (BfA) sowie seiner Krankenkasse vorsprechen. Die BfA gewährt als Reha-Maßnahme oft eine so genannte Kraftfahrzeughilfe. Mit einer Bestätigung der Krankenkasse, des Arbeitgebers sowie eventuell einer ärztlichen Bescheinigung und einer Kopie der Fahrzeugzulassungsbescheinigung gibt es einen Zuschuss für einen orthopädischen Sitz. Diese speziellen Sitzmöbel kosten je nach Ausführung zwischen 600 und rund 2.000 Euro.
Langsam kommt wieder die Zeit der Klimaanlage. Doch nur regelmäßiger Betrieb und kontinuierliche Pflege bewirken auch einen angenehm gekühlten Innenraum.
Auch im Winter sollte man die Klimaanlage im Fahrzeug regelmäßig einschalten. Dadurch wird der Kompressor geschmiert, die Dichtungen bleiben geschmeidig und der Innenraum wird durch die Luftfeuchtigkeit absorbierende Wirkung schneller trocken. Viele Werkstätten vernachlässigen die Kältemaschinen beim Kfz-Service als vermeintlich wartungsfrei. Dabei brauchen die Anlagen neben regelmäßigem Betrieb auch kontinuierlich Pflege und Wartung.
Kühlmittelprüfung alle zwei Jahre
Auch wenn die Klimaanlage äußerlich dicht erscheint, verflüchtigen sich jährlich bis zu 15 Prozent der Kältemittelfüllung durch Schläuche und Dichtungen. Fällt der Füllstand unter 50 Prozent, fehlt dem Kompressor ausreichende Schmierung. Das belastet nicht nur die Lager, sondern lässt das Bauteil auf Dauer heiß laufen. Da ein neuer Kompressor kaum unter 1.000 Euro zu bekommen ist, empfiehlt sich eine Überprüfung des Kühlmittelstandes im Zweijahresrhythmus. Bei der Überprüfung des Kühlmittelstandes empfiehlt sich ein Wechsel der Trocknerpatrone. Ein solcher Routine-Service ist mit rund 150 Euro deutlich günstiger als ein Defekt am Kompressor.
Auch kleine Leckagen kosten
Klimaanlagen, die 1995 gebaut wurden, können noch mit dem alten, FCKW-haltigen Kältemittel R 12 befüllt sein. Dieses Mittel ist inzwischen verboten. Der Wechsel aufs aktuelle R 134a ist teuer – rund 1.000 Euro –, weil unter anderem die Schläuche wegen Unverträglichkeit ausgetauscht werden müssen. Eine preiswertere Lösung (ca. 150 Euro) ist der Wechsel auf R 413a, das Schläuche und Dichtungen
nicht angreift. Nach erfolgten Wartungsarbeiten sollte die Werkstatt die Anlage auf jeden Fall auf Funktion und Leckagen prüfen. Macht sich nach dem Starten ein unangenehmer Geruch breit, liegt das oft an Pilzen, die in der feuchten Umgebung der Anlage oft prächtig gedeihen. Der Pilzbefall lässt sich durch geeignete Mittel abtöten. In einem solchen Fall leistet die Fachwerkstatt meist bessere Arbeit, als es „Do-it-yourself“-Mittel versprechen! Um einen Pilzbefall von vornherein zu verhindern, schaltet man die Klimaanlage bereits kurz vor Fahrtende ab und trocknet mit der Lüftung die Kanäle. Viele Fahrzeuge haben dafür den so genannten „Econ“-Modus, der dies automatisch macht.
Zu tiefe Temperaturen schaden der Umwelt
Beim Betrieb der Klimaanlage sollten keine zu tiefen Temperaturen eingestellt werden. Drastische Unterschiede zwischen Außen- und Innentemperatur sind nicht nur gesundheitsschädlich. Je tiefer die Anlage kühlen muss, desto mehr Energie benötigt sie – der Verbrauch steigt um bis zu zehn Prozent. Ideal ist es, die Innentemperatur nur wenige Grad unter der Außentemperatur einzustellen. Dann arbeitet die Klimaanlage wirtschaftlich und trotzdem tritt ein kühlender Effekt ein, der Kondition und Konzentration der Insassen positiv beeinflusst. Optimal sind Innenraumtemperaturen im Bereich von 20 bis 24 Grad. Um eine Aufheizung des Innenraums schon vor Inbetriebnahme der Klimaanlage zu vermeiden, den Wagen sonnenabgewandt parken, vor Fahrtantritt alle Türen öffnen und, wenn vorhanden, Schiebedach und/oder Seitenscheiben etwas öffnen und auf ausreichende Frischluftzufuhr achten.