Biogene Kraftstoffzusätze

Welche Komponenten können Dieselkraftstoffen zugemischt werden?

Dieselkraftstoff kann Biodiesel (FAME = Fettsäuremethylester, z.B. RME = Rapsölmethylester) zugemischt werden. Eine weitere Bio-Komponente, die prinzipiell dem Dieselkraftstoff zugemischt werden könnte, sind hydrierte Pflanzenöle (HVO). Diese haben keine anwendungstechnischen Nachteile und sind so hinsichtlich der Beimischungshöhe nicht limitiert.

In welcher Größenordnung wird FAME zugemischt?

Gemäß Anforderungsnorm DIN EN 590 kann Dieselkraftstoff in Deutschland seit Mai 2010 bis zu 7 Volumenprozent Biodiesel (FAME = Fettsäuremethylester, z.B. RME = Rapsölmethylester) enthalten. Dem Hochleistungskraftstoff Aral Ultimate Diesel wird in der Regel kein Biodiesel zugesetzt, er kann aber Spuren von FAME enthalten.

Ergibt sich auch ein (Steuer-)Ersparnis für den Kunden?

Die beigemischten Biokraftstoff-Komponenten sind nicht steuerbefreit.

Wo werden biogene Komponenten den Kraftstoffen beigemischt?

Das Beimischen von Biokomponenten erfolgt bei Aral/BP in den Raffinerien oder Tanklägern, dort wo die optimale Kontrolle über die Güte der Einmischung besteht.

Wird der Aral Dieselkraftstoff mit biogener Komponente in ganz Deutschland angeboten?

Aral Dieselkraftstoff enthält in ganz Deutschland konventionellen Biodiesel (FAME). Dem Hochleistungskraftstoff Aral Ultimate Diesel wird in der Regel kein Biodiesel zugesetzt, er kann aber Spuren von FAME enthalten.

Welche Fahrzeuge sind für biohaltige Kraftstoffe zugelassen?

Die Regelungen über die Beimischungen von Biokomponenten werden i.d.R. auf Basis der europäischen Kraftstoffnormung festgelegt. An diesem Normungsprozess ist neben der Mineralöl- auch die Automobilindustrie beteiligt. So wird stets sichergestellt, dass die Kraftstoffe den Anforderungen von Fahrzeugen an einen problemfreien Betrieb genügen. Sollte ein Fahrzeug wider Erwarten nicht für die Verwendung der genormten und durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen Kraftstoffe geeignet sein, müsste der Fahrzeug-Hersteller seine Kunden von sich aus informieren.

Hat die Verwendung von Dieselkraftstoffen mit 7 Volumenprozent Bioanteil Einfluss auf die Garantiebedingungen des Fahrzeugherstellers?

Nein, denn Beimischungen von bis zu 7 % FAME erfolgen auf Basis der deutschen Kraftstoffnormung, an deren Erstellung auch die Automobilindustrie beteiligt war. Daher erfüllen diese Kraftstoffe die gängigen Kraftstoffqualitätsanforderungen aller Fahrzeuge.

Was unterscheidet Aral Kraftstoffe mit Bioanteil von anderen Bio-Kraftstoffen?

Aral Kraftstoffe sind keine reinen Biokraftstoffe, da lediglich Beimischungen (im Rahmen der gesetzlichen und technischen Möglichkeiten) vorgenommen werden. Aral verwendet dabei nur hochwertige Biokomponenten und stellt mit hohem Aufwand eine gleich bleibende Qualität in der Versorgungskette Raffinerie → Logistik → Verbraucher sicher. Unsere Biokomponenten müssen speziell erarbeiteten Anforderungen (Spezifikationsvorgaben), die über genormte Regelungen hinausgehen, erfüllen, damit unsere Aral Kraftstoffe mit der Beimischung die gewohnt hohe Aral Kraftstoffqualität bieten.

Gibt es Probleme, wenn ich einmal Aral Dieselkraftstoff mit und einmal ohne Biokomponenten tanke?

Nein, es würden keine Probleme entstehen. Denn aufgrund des hohen Qualitätsstandards von Aral sind unsere biohaltigen Kraftstoffe völlig gleichwertig mit den bisher bekannten Aral Kraftstoffen ohne Biokomponenten. Allerdings führt die Bioquoten-Gesetzgebung inzwischen dazu, dass praktisch kein Dieselkraftstoff mehr ohne FAME-Anteil im Markt anzutreffen ist.

Warum mischt Aral seinen Kraftstoffen biogene Komponente bei?

Vor dem Hintergrund der EU-Direktive 2003/30/EC, die von der EU-Mitgliedsstaaten fordert, dass bestimmte Anteile der zum Transport bestimmten Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen stammen, hat der Gesetzgeber in Deutschland im Jahr 2006 das Biokraftstoffquotengesetz verabschiedet. Das Biokraftstoffquotengesetz machte präzise Vorgaben über den Anteil an Biokraftstoffen, den Firmen wie Aral in den Kraftstoffmarkt bringen müssen. Dies geschieht zumeist durch Beimischung von biogenen Komponenten, z.B. Bioethanol in Ottokraftstoffe und Biodiesel (FAME) in Dieselkraftstoffe. Der vorgegebene Biokraftstoff-Mindestanteil wurde durch das Biokraftstoffquotengesetz definiert.
Die von 2009 bis Ende 2014 geltende Gesamt-Bioquote von 6,25 % auf Energiebasis war mit der bisher erlaubten Beimischung von bis zu 5 % Bioethanol zu Ottokraftstoffen und bis zu 7 % Biodiesel zu Dieselkraftstoff nicht mehr zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund wurde die mögliche Ethanol-Zumischmenge in Ottokraftstoffen ab 2011 auf bis zu 10 % erhöht. Diese neue Kraftstoffsorte (E10) wird an Tankstellen speziell gekennzeichnet, da wegen technischer Einschränkungen nicht alle Fahrzeuge diesen besonders umweltfreundlichen Kraftstoff tanken dürfen.

Seit dem 1. Januar 2015 wurde die bisherige Bioquote auf energetischer Basis durch eine neue THG-Minderungsquote ersetzt, die im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) festgelegt ist. Anbieter von Straßenkraftstoffen müssen nun nachweisen, dass durch die in Verkehr gebrachten Kraftstoffe eine Minderung der Treibhausgasemissionen erzielt wird. Dies geschieht weiterhin hauptsächlich mit Bioethanol und Biodiesel im Rahmen der Zumischgrenzen, die sich aus den Kraftstoff-Normen DIN EN 228 und DIN EN 590 ergeben. Allerdings wird nun die THG-Minderung jedes einzelnen Liters dieser nachwachsenden Bestandteile berücksichtigt. So muss in den Jahren 2015 und 2016 die THG-Minderung aller Straßenkraftstoffe eines Anbieters mindestens 3.5% betragen, für 2017-2019 mindestens 4% und ab dem Jahr 2020 sogar 6%.

Die Verwendung von Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen wird von Aral und BP unterstützt. Nachhaltig hergestellte Biokraftstoffe können einen wertvollen Beitrag zur Minderung des CO2-Ausstosses und zur Verringerung der Abhängigkeit von Erdöl leisten.

Kommt es durch die Beimischung von FAME zu Mehrverbrauch?

Der Einfluss des Kraftstoffes auf den Verbrauch ist sehr fahrzeugspezifisch. Eine Verbrauchsänderung der Beimischung von bis zu 7 % FAME dürfte i.d.R. im Toleranzbereich des fahrzeugspezifischen Kraftstoff-Verbrauchs liegen und so praktisch nicht ins Gewicht fallen.

Hat das Beimischen von FAME einen Einfluss auf die Kälteeigenschaften von Diesel?

Nein, eine Beimischung von FAME bis max. 7 % wird bei der Herstellung von Dieselkraftstoff und der Auslegung der Kälteeigenschaften bereits in der Raffinerie berücksichtigt. Es werden spezielle Additive und Komponenten eingesetzt, die einschließlich der biogenen Beimischung die Kälteeigenschaften von Aral Diesel sichern.

Wie lange ist FAME-haltiger Diesel lagerfähig?

Im Rahmen der Anpassung von DIN EN 590 an die EU-Kraftstoffqualitäts-Direktive (FQD) wurde die zulässige FAME-Beimischrate von 5 auf 7 % erhöht. Gleichzeitig hierzu wurde auch ein Grenzwert für das neu erarbeitete Prüfverfahren zur Bestimmung der Oxidation-/Lagerbeständigkeit (Rancimat) von FAME haltigem Diesel in die Anforderungsnorm DIN EN 590 aufgenommen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Stabilität der Dieselkraftstoffe so für den Fahrzeug-Betrieb völlig ausreichend ist. Wie auch schon bei früheren Dieselkraftstoffen ohne Bio-Komponenten sind bei Lagerung von Dieselkraftstoff über einen längeren Zeitraum entsprechende Vorkehrungen gegen seine Beeinträchtigung zu treffen und die jahreszeitlich unterschiedliche Auslegung des Kraftstoffes bei seiner Wiederverwendung zu berücksichtigen. 

Wie sieht es für biogenen Diesel mit der Anfälligkeit gegen Mikroorganismen-Befall und Materialverträglichkeit aus?

Dieselkraftstoff, unabhängig davon ob sie biogene Anteile enthalten oder nicht, können von Mikroorganismen (u.a. Pilze und Hefen) befallen werden. Eine wesentliche Voraussetzung dass ein solcher Befall auftritt, ist die Gegenwart von Wasser. Ohne Wasser ist das Wachstum der Mikroben nicht möglich. Daher ist die mit Abstand wirkungsvollste Methode Probleme mit Mikroorganismen auszuschließen ein gutes House Keeping. Die neuerdings mögliche Beimischung von bis zu 7 % FAME hat keine Auswirkungen auf die Materialverträglichkeit in der Infrastruktur und im Fahrzeug. Dies haben u.a. ausführliche Untersuchungen in den Labors der Aral Forschung gezeigt.

Beeinflusst die Beimischung von FAME die Cetanzahl?

FAME selbst weist eine dem Aral Diesel vergleichbare, hohe Cetanzahl auf, so dass die Beimischung von bis 7 Volumenprozent FAME keinen Einfluss auf die Zündwilligkeit darstellt.

Verändern sich die Emissionen von FAME-haltigem Diesel?

Untersuchungen der Aral Forschung mit 5 % FAME-haltigem Diesel zeigen tendenziell Verbesserungen hinsichtlich der Partikelemissionen, wenngleich das Emissionsverhalten sehr fahrzeugspezifisch ist.

Beeinflusst die FAME-Beimischung die Motorleistung und den Kraftstoffverbrauch bei verschiedenen Motortechnologien und Fahrbedingungen?

Der Einfluss des Kraftstoffes auf den Verbrauch ist sehr fahrzeugspezifisch. Eine Verbrauchsänderung durch die Beimischung von bis zu 7 % FAME dürfte i.d.R. im Toleranzbereich des fahrzeugspezifischen Kraftstoff-Verbrauchs liegen und so praktisch nicht ins Gewicht fallen. Dies gilt auch für die Leistung.

Hat die Beimischung von FAME einen Einfluss auf das Motorenöl?

FAME hat eine relativ hohe Siedetemperatur. Vor diesem Hintergrund ist bei extremen Betriebsbedingungen wie häufigem Kaltstarts und ständigem Kurzstreckenbetrieb nicht auszuschließen, dass FAME-Anteile aus dem Kraftstoff auch ins Motorenöl gelangen. Daher ist es unbedingt erforderlich die durch den Fahrzeug-Hersteller vorgegebenen Motoröl-Wechsel-Intervalle einzuhalten.

Ist bei der Verwendung von biogenen Dieselkraftstoffen (besonders bei älteren Fahrzeugen) mit stärkeren Ausfällen/Verstopfen der Kraftstofffilter zu rechnen?

Wir bieten keine biogenen Dieselkraftstoffe an.
Haben Sie noch weitere Fragen, die wir hier nicht beantwortet haben?