Trends beim Autokauf

Welche Prioritäten setzen die Deutschen beim Autokauf? Welche Marken befinden sich auf der Überholspur? Welche Karosserieformen werden bevorzugt und schafft das Elektroauto den Durchbruch? Die jetzt erschienene siebte Auflage seit 2003 setzt in zweijährlichem Rhythmus nicht nur bestehende Zahlenreihen fort, sondern setzt auch neue Schwerpunkte. Beispielsweise: Wie bewerten die Autofahrer autonomes und vernetztes Fahren und wie unterscheiden sich Auto-Wünsche von Städtern im Vergleich zu Menschen, die in ländlichen Regionen leben?

Mehr als jeder Dritte plant den Kauf eines anderen Autos

Ein wichtiges Signal für die Automobilhandel und eines der Hauptergebnisse: Die Kauflust der Deutschen ist so groß wie nie zuvor in der Geschichte der Studie ‚Trends beim Autokauf’.
36 Prozent der Befragten wollen sich in den kommenden 18 Monaten ein anderes Auto zulegen. Das entspricht einem Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber der Studie von vor zwei Jahren. Seit der Aral Studie aus dem Jahr 2009 mit einem Anteil von damals 18 Prozent hat sich das Kaufinteresse verdoppelt.

Und die meisten Neuwagenkäufer bevorzugen wieder Barzahlung. Immensen Einfluss haben dabei das positive Konsumklima und das niedrige Zinsniveau. Laut aktueller Umfrage möchten 53 Prozent der Befragten das nächste Auto bar bezahlen. Ein ähnliches Niveau wurde letztmals vor zehn Jahren erreicht. Vor zwei Jahren wollten dagegen nur 34 Prozent der Autokäufer mit Bargeld ins Autohaus gehen. 
Die Umverteilung in der Bezahlung geht ausschließlich zu Lasten der Finanzierung. Der Anteil verringert sich von 56 Prozent im Jahr 2013 auf jetzt 30 Prozent.

VW ist die Lieblingsmarke der Deutschen

Bei der Markenwahl bleibt Volkswagen die Nummer eins, aber mit sinkendem Anteil. 
Trotzdem wollen immer noch 17 Prozent der Befragten als nächstes Auto am liebsten einen Volkswagen kaufen. VW verteidigt die Spitzenposition nun schon seit zwölf Jahren. Allerdings verringert sich der Vorsprung zu den Wettbewerbern. Seit dem Spitzenwert von 22 Prozent im Jahr 2009 ist die Vorliebe für VW rückläufig.

Limousine und Kleinwagen stehen ganz oben auf der Einkaufsliste

Die Limousine und der Kleinwagen sind für jeweils 25 Prozent der Studienteilnehmer die bevorzugte Karosserieform. Auffällig ist dabei, dass sich die Vorlieben von Männern und Frauen zunehmend angleichen. Der Kleinwagen als ehemals klassisches Frauenauto verliert in der Stammklientel deutlich an Bedeutung und rutscht von 38 Prozent im Jahr 2013 auf jetzt 27 Prozent ab. Parallel dazu steigt das Interesse an einem kleinen Flitzer bei den Männern von 17 auf 23 Prozent. 
Von Platz eins auf drei in der Hitliste geht es für den Kombi: Während sich vor zwei Jahren noch 28 Prozent der Befragten für diese Fahrzeugform interessierten, sind es jetzt nur noch 24 Prozent. Damit vereinen die drei dominierenden Karosserieformen rund drei Viertel des Gesamtvolumens auf sich. Wenige Veränderungen in den Marktanteilen gibt es bei den übrigen Karosserieformen: Lediglich das Coupé verzeichnet einen etwas größeren Zugewinn von drei auf fünf Prozent. 

Bei der Farbe hat sich ganz oben nicht viel getan. Schwarz bleibt erste Wahl. Während Frauen gerne auch zu blau tendieren, gefällt vielen Männern inzwischen auch ein rotes Auto.

Silber folgt in der Beliebtheit der Befragten auf Platz Nummer zwei, hat aber den Zenit deutlich überschritten und muss sich diesen Platz mit Blau teilen. Für diese beiden Farben interessieren sich jeweils 14 Prozent.

Trend zu alternativen Antrieben steigt

Konventionelle Antriebe spielen auch bei der Anschaffung des nächsten Autos eindeutig die Hauptrolle. 42 Prozent der Befragten, die in den kommenden 18 Monaten einen Autokauf planen, wollen dabei einem Pkw mit Ottomotor den Vorzug geben, weitere 31 Prozent setzen auf einen Diesel. 
Obwohl die beiden klassischen Antriebsarten mit insgesamt 73 Prozent nach wie vor in der Käufergunst vorne liegen, ist der Trend hin zu alternativen Antrieben unübersehbar, denn bei der Ersterhebung der Studie im Jahr 2003 planten noch 91 Prozent der Teilnehmer den Kauf eines Benziners oder Diesels.

Der Gewinner dieser Entwicklung ist aktuell der Hybridantrieb. Waren
vor zwei Jahren nur sechs Prozent daran interessiert, hat sich dieser Anteil auf elf Prozent nahezu verdoppelt. 

Deutsche finden Elektroautos toll, kaufen sie aber nicht

Das Elektroauto macht einen Quantensprung bei der Akzeptanz. Nachdem inzwischen nahezu alle namhaften Hersteller ein oder mehrere Elektromodelle anbieten, ist auch die grundsätzliche Bereitschaft, ein Elektroauto zu kaufen, enorm gestiegen. 

Beim Anschaffungspreis kalkulieren die Befragten mit 28.120 Euro. Die Reichweite eines Elektroautos soll nach den Wünschen der Studienteilnehmer bei 418 Kilometer liegen. Hier liegen Wunsch und Wirklichkeit immer noch weit auseinander.
Während sich vor zwei Jahren nur 27 Prozent der Befragten grundsätzlich vorstellen konnten, einen ‚Stromer’ zu kaufen, sind es jetzt 53 Prozent. Bei Männern ist das Interesse mit 57 Prozent größer als bei den Frauen mit 47 Prozent. 

Auffällig ist auch, dass jeder zweite Stadtbewohner das Elektromobil als Erstwagen einplant, aber nur 37 Prozent der Studienteilnehmer aus ländlichen Gebieten.

Jeder zweite Deutsche kann sich grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, und dem Alternativantrieb wird auch sehr großes Potenzial bei der Senkung der Schadstoffbelastung zugetraut, doch beim Autokauf in den nächsten 18 Monaten 
spielt praktisch keine Rolle. Lediglich zwei Prozent der Befragten wollen einem Elektroauto den Zuschlag geben. 

Autonomes und vernetztes Fahren noch Zukunftsmusik

Die Hände vom Steuer nehmen und alles dem Auto überlassen? Rund ein Drittel der Studienteilnehmer kann sich bereits mit dem Gedanken an autonomes Fahren anfreunden. Die Mehrheit (46 Prozent) können sich die autonome Zukunft noch nicht für den eigenen Wagen vorstellen. Weitere 20 Prozent haben dazu keine Meinung.
Im rechnerischen Mittel aller Antworten erwarten die Studienteilnehmer die Marktreife des autonomen Fahrens in rund zehn Jahren.

Bei den Befürwortern des vernetzten Fahrens stehen praktische Erwägungen im Vordergrund. Der SOS-Notruf mit Lokalisierung bei einem Unfall ist für 39 Prozent unerlässlich. Für Neuwagen wird das sogenannte eCall in der Europäischen Union ohnehin Pflicht, wobei noch nicht alle Diskussionen um mögliche Übergangsregelungen beendet sind. 

Individuelle Dienste stoßen auf ein vergleichsweise geringes Interesse: Den Zugriff auf E-Mails und Internetseiten wünschen nur 17 Prozent, eine automatische Übermittlung der Fahrzeugdaten an den Hersteller ist nur für 14 Prozent wichtig. 

Wunschauto & Trendauto 2015

Wenn es nach den Vorlieben der Studienteilnehmer geht, dann ist das Wunschauto 2015 eine klassische, schwarze Limousine der Marke Volkswagen mit Ottomotor. Bei der Umfrage 2013 war ebenfalls VW die beliebteste Marke, es sollte aber eher ein Kombi sein.

Das Trendauto 2015 ist ein blauer Kleinwagen von BMW oder Audi. Er wird von einem Hybridmotor angetrieben und verfügt beispielsweise über eine Einparkhilfe mit Kamerasystem.

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Die aktuelle Aral Studie 'Trends beim Autokauf 2015' können Sie sich hier als PDF herunterladen. Die Broschüre kann hier auch postalisch als Druckversion bestellt werden. 

Weitere Grafiken aus der aktuellen Studie finden Sie in unserer Mediathek.

Und die Pressemeldung zur Präsentation der neuen Aral Studie 'Trends beim Autokauf 2015' können Sie im Bereich Pressemeldungen nachlesen. Sie interessieren sich für die Pressemeldung 'Trends beim Autokauf 2013'?

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