Dichte

Der Leistungsträger im Tank

Mit zunehmender Dichte erhöht sich der Energiegehalt je Volumeneinheit. Bei gleichem Einspritzvolumen steigt mit zunehmender Dichte also die dem Dieselmotor zugeführte Energie, wodurch der Motor mehr Leistung abgibt. 

Ein Dieselmotor wird immer mit Luftüberschuß betrieben, es steht also immer mehr Luft für die Verbrennung zur Verfügung als rechnerisch für die eingespritzte Kraftstoffmenge benötigt wird. Im Leerlauf ist das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff etwa 10:1, im Vollastbereich bei PKW-Motoren heute etwa 1.8:1. Wenn ein Kraftstoff mit zu hoher Dichte eingesetzt wird, verändert sich natürlich das Kraftstoff-Luft-Gemisch. Man spricht dann vom „angefetteten“ Betrieb, wodurch der Motor deutlich mehr Partikel emittiert. Dagegen nimmt mit abnehmender Dichte der volumetrische Kraftstoffverbrauch zu. 
Um diese Gegensätze im Rahmen zu halten, verlangen die Motorenhersteller nach einer Einengung des nach Norm zulässigen Dichtebereiches von 820 bis 845 kg/m3. 

Dieses würde aber insbesondere den Einsatz der prinzipiell schweren Crackkomponenten, die bei der Produktion anfallen, begrenzen. Damit würde die Verfügbarkeit von Dieselkraftstoff deutlich eingeschränkt, und die Herstellkosten würden steigen. 

Ein Ausweg aus diesem Zielkonflikt könnte z. B. die Einführung eines Dichtesensors durch die Fahrzeughersteller sein, der die produktionstechnisch und ökonomisch bedingten Dichteschwankungen im Fahrzeugtank erkennt und bei der Kraftstoffdosierung berücksichtigt.