Siedeverhalten

Diese Kraftstoffparameter müssen sich an Grenzen halten

Dieselkraftstoff beginnt bei etwa 160 °C zu verdampfen und hört bei etwa 380 °C auf. Dem Siedeverhalten kommt beim Dieselkraftstoff nicht dieselbe, hohe Bedeutung zu wie beim Ottokraftstoff, da im Dieselmotor im Gegensatz zum Ottomotor die Aufbereitung des zündfähigen Gemisches praktisch direkt im Brennraum erfolgt. 

Kaltstartverhalten

Für das Kaltstartverhalten ist eine gewisse Leichtflüchtigkeit von Vorteil. Ein überhöhter Anteil an Leichtsiedern hat jedoch eine Verdampfung des Dieselkraftstoffes unmittelbar in der Nähe der Einspritzdüse des Motors zur Folge, wodurch eine richtige Verteilung des Kraftstoffes im Verbrennungsraum nicht mehr gewährleistet wäre. 

Siedeende und Rußneigung

Ein zu großer Anteil an Hochsiedern, d. h. ein zu hohes Siedeende – insbesondere durch Aromaten – bewirkt eine Vergrößerung der Tröpfchen im Einspritzstrahl. Der dadurch ausgelöste erhöhte Zündverzug ruft eine schlechtere Verbrennung hervor, die sich u. a. in einer verstärkten Rußneigung bemerkbar macht. Je höher siedend Kohlenwasserstoffe sind, desto mehr Energie müssen sie aus der Umgebung, hier also dem Brennraum, aufnehmen, um zu verdampfen.

Nur verdampfte Kraftstoffbestandteile können sauber verbrennen, die flüssigen oxidieren nur unter starker Rußbildung. Nebenbei setzt der Motor auch nicht die im Kraftstoff vorhandene chemische Energie in Leistung um, weil sowohl Ruß als auch unverbrannte Kohlenwasserstoffe noch chemische Energie enthalten. Das merkt man beim Fahren am erhöhten Verbrauch.