Zündwilligkeit

Voraussetzung für das Dieselprinzip

n einem Dieselmotor wird Kraftstoff in die verdichtete heiße Luft eingespritzt. Die Entzündung und Verbrennung erfolgt nach einer gewissen Zeitspanne ohne äußere Zündquelle. Dieselmotoren werden daher auch als Selbstzünder bezeichnet. 

Die Zeit zwischen Einspritzen und Selbstzündung des Kraftstoffes wird als Zündverzug bezeichnet. 

Der Zündverzug ist abhängig von der Konstruktion des Motors (Verdichtungsverhältnis, Strömungsverhältnissen), den Betriebsbedingungen und besonders von der Zündwilligkeit des Kraftstoffes. 

Das Maß für Zündwilligkeit eines Dieselkraftstoffes ist die Cetanzahl. 

Die Cetanzahl ist der in Volumen-Prozent ausgedrückte Anteil an Cetan in einer Mischung aus Cetan und Alpha-Methylnaphthalin. Sie ergibt bei vorgegebenen Versuchsbedingungen in einem Prüfmotor denselben Zündverzug wie der zu prüfende Dieselkraftstoff. 
Es können zwei verschiedene Motoren zur Cetanzahlbestimmung verwendet werden, wobei der BASF-Motor in der Vergangenheit bei der Messung oftmals höher bewertet hat als der CFR-Motor. Die in der Norm angegebene Mindest-Cetanzahl von 51 bezieht sich auf den CFR-Motor, d. h., Ergebnisse aus dem BASF-Motor müssen für Vergleiche umgerechnet werden. 

In jüngster Zeit erscheinen zunehmend nichtmotorische Messungen, wie z.B. der IQT (Ignition Quality Tester) in den Laboratorien. 

Als Maßstab für die Zündwilligkeit kann auch der Cetanindex aus Dichte und Siedeverlauf berechnet werden. Dieser kann aber nicht die Cetanzahlerhöhung berücksichtigen, die durch Additive erreicht wird. 

Hohe Cetanzahlen erlauben eine leisere Verbrennung

Die Cetanzahl hat für die Güte des Verbrennungsablaufs im Dieselmotor entscheidende Bedeutung. Je höher die Cetanzahl, umso besser ist dessen motorisches Verhalten. Neben Einflüssen auf das Start- und Abgasverhalten macht sich die Zündwilligkeit auch im Verbrennungsgeräusch bemerkbar. 

Ist der Zündverzug zu hoch, z. B. durch eine zu niedrige Cetanzahl, verbrennt ein Großteil des eingespritzten Kraftstoffs schlagartig, das dieseltypische laute Verbrennungsgeräusch („Nageln“) wird härter.