Eine zündende Idee

Alles begann mit einem französischen Feuerzeug…

Vielleicht haben wir die Existenz des Dieselmotors tatsächlich nur der Lust der Rauchergemeinde am blauen Dunst zu verdanken.

Mit dem rapide steigenden Verbrauch von Zigarren, Zigaretten und Pfeifentabak nahm jedenfalls im 19. Jahrhundert der Wunsch nach einem modernen Feuerzeug und damit der Abkehr vom Schwefel-Zündhölzchen immer konkretere Formen an.

Das Reibradfeuerzeug heutiger Bauart ist erst ein Kind dieses Jahrhunderts. Mehr als hundert Jahre älter dagegen ist eine französische Erfindung aus dem Jahre 1802, das sogenannte Kompressions-Feuerzeug.

Durch bloßes Verdichten konnte bei diesem Feuerzeug in einem Glaszylinder die Luft so stark erhitzt werden, dass sich daran ein Docht selbst entzündete.

Dieses Prinzip findet sich auch im Dieselmotor.

Der junge Ingineur…

Für den jungen Rudolf Diesel, gerade siebzehnjährig und begabter Musterschüler der Augsburger Industrieschule, muss das Unterrichts-Experiment ein prägendes Erlebnis gewesen sein.

Wenngleich der Weg zum Dieselmotor noch lang und steinig war – die Initialzündung war gelegt. Fortan ließ der Gedanke an eine rationelle Wärmekraftmaschine den jungen Mann nicht mehr ruhen.

Erste vage Gedanken nahmen Form an, als Diesel während seines Studiums am Münchner Polytechnikum mit der Problematik von Wärmekraftmaschinen und deren schlechtem Wirkungsgrad konfrontiert wurde.

Der Ideen-Startschuss…

Noch ein wegweisendes „Aha-Erlebnis“ vermerkt die Geschichtsschreibung: Diesel lernt in den Thermodynamik-Vorlesungen des Professors Carl von Linde den Carnotschen Kreisprozeß kennen, dessen praktische Umsetzung einen weit höheren Wirkungsgrad versprach als bei der Dampfmaschine und auch beim noch in den Kinderschuhen steckenden Ottomotor. 

Sadi Carnot, französischer Physiker, hatte als erster die Zusammenhänge beim Verdichten und Expandieren von Gasen (isothermische Zustandsänderung) und der dabei aufzuwendenden Arbeit mathematisch beschrieben. 

„Studieren, ob es nicht möglich ist, die Isotherme praktisch zu verwirklichen.“ 

Diese Randbemerkung in Diesels Studien-Skript wurde vielfach als Ideen-Startschuß zu seinem späteren Lebenswerk überliefert. 

Das Diesel-Patent…

Zur Patentanmeldung von Diesels „Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungskraftmaschinen“ kam es am 23. Februar 1893. Aber dieses Datum markiert keineswegs die Startlinie für den Siegeszug des Dieselmotors. 

Schwierigkeiten, Rückschläge und Irrungen säumten den Entwicklungsweg vor diesem Datum – und auch danach.

Die ganze Zeit über blieb Rudolf Diesels Grundidee aber derart beherrschend, dass er den damals bereits funktionierenden Ottomotor wegen seiner wenig überzeugenden Verbrennung nur als Übergangslösung ansah. 

Im Gegensatz zum Otto-Prinzip des Benzinmotors wollte Diesel reine Luft durch Komprimieren so stark erhitzen, dass sich dann erst in den Zylinder eingebrachter Kraftstoff von selbst entzünden würde.

Wie die Diesel-Maschine ins Auto kam…

Die Maschinenfabrik Augsburg war die Stätte ungezählter, teils entmutigender Versuche, unter anderem auch mit Benzin, Gas oder gar Kohlestaub als Kraftstoff. 

Diesels ursprüngliche Kompressionsdrücke von 250, später von 80 bar erwiesen sich als viel zu hoch, der erste betriebsfähige Motor arbeitete dann mit 35 bar. Die entscheidende Hürde aber war die Kraftstoff-Einspritzung. Die fertigungstechnischen und konstruktiven Probleme an Pumpen und Einspritzdüsen hatte der geniale Erfinder gewaltig unterschätzt.

Bei den Versuchen mit den ersten Dieselmotoren stellte sich dann auch prompt jede Menge Ärger mit der Regelung ein. Für große Stationär-Motoren ging man zunächst den komplizierten Umweg über die Kraftstoffeinblasung per Druckluft. 

Erst als sich 1922 ein gewisser Robert Bosch der Sache annahm und mit der Konstruktion einer Einspritzpumpe begann, schlug die Stunde des Dieselmotors auch im Auto. 

Diesel ist Fortschritt

Heute sind komplexere, präziser abgestimmte und emissionsreduzierte Motoren auf dem Markt, die zunehmend in Pkw von anspruchsvollen Fahrern gefahren werden. 

Gerade die jüngere Entwicklung mit Verbesserungen im Abgas- und Komfortverhalten der Dieselmotoren ging nicht ohne eine Weiterentwicklung des zugehörigen Kraftstoffs. 

Durch gezielten Einsatz hochwirksamer chemischer Wirksubstanzen (= Additive) werden seitdem Verbesserungen im Verbrennungs- und Komfortverhalten erzielt.