Herstellung

Ein Balanceakt zwischen gegensätzlichen Anforderungen

Die Herstellung von Kraftstoffen erfolgt in Raffinerien. Durch Destillation, Konversion und Nachbehandlung entstehen aus Erdöl eine große Palette von Mineralölprodukten. Otto- und Dieselkraftstoffe gehören dazu.

Moderner Diesel. Mehr als ein Raffinerieprodukt

Die Herstellung von Dieselkraftstoff war in der Vergangenheit verhältnismäßig einfach. Ein bei der Rohöldestillation anfallender Siedeschnitt wurde als Dieselkraftstoff vermarktet. 

Allenfalls im Winter wurden dem Kraftstoff noch Additive zur Verbesserung des Kälteverhaltens zugefügt. Dies hat sich aus folgenden Gründen grundlegend verändert: 
  • Die Herstellung von Dieselkraftstoff war in der Vergangenheit verhältnismäßig einfach. Ein bei der Rohöldestillation anfallender Siedeschnitt wurde als Dieselkraftstoff vermarktet. Allenfalls im Winter wurden dem Kraftstoff noch Additive zur Verbesserung des Kälteverhaltens zugefügt. Dies hat sich aus folgenden Gründen grundlegend verändert:
  • Die Dieselnachfrage kann nicht allein aus Destillat-Gasöl gedeckt werden
  • Schwere Kraftstoffkomponenten müssen in der Raffinerie in leichte umgewandelt werden
Hierbei verändern sich in der Regel die anwendungstechnischen Eigenschaften des Dieselkraftstoffs.
  • Die Anforderungen der Anwendung sind drastisch gestiegen
Komplexere Motortechnik, Verbesserungen im Abgas- und Komfortverhalten erfordern High-Tech-Kraftstoffe.


Die Produktion bestimmt wesentliche Kraftstoffeigenschaften

Aber auch die verschiedenen anwendungstechnischen Anforderungen selbst werden durch einzelne produktionstechnische Maßnahmen konträr beeinflusst. So könnte der Raffineur, z. B. durch Wahl eines hohen Paraffinanteils, den Forderungen nach einer hohen Zündwilligkeit und besserem Emissionsverhalten entgegenkommen, gleichzeitig wird dadurch aber das ebenfalls geforderte gute Kälteverhalten verschlechtert.

Die Verwirklichung gegensätzlicher Anforderungen verlangt viel Know-how

Nur mit fortschrittlichster Optimierung der Kraftstoffe können alle Anforderungen aus Produktion und Fahrzeugtechnik harmonisiert werden. Leider führen verbesserte Anwendungstechnik und Emissionsschutz zu deutlichen Kostensteigerungen. Und da Diesel- und Ottokraftstoff in so genannter Koppelproduktion hergestellt werden und aus dem Rohöl nur ein bestimmtes Verhältnis von Diesel-Ottokraftstoffen produziert werden kann, müssen beide Kraftstoffe vernetzt betrachtet werden. Denn: Herstellung marktfähiger und vielfältig optimierter Kraftstoffe ist ein komplexer Balanceakt.

Innerhalb Europas hat es im letzten Jahrzehnt eine Verschiebung des Verhältnisses bei Diesel-Ottokraftstoff Produktion gegeben.  Steuerliche Anreize und strukturelle Trends im Verkehr sind für eine zunehmende Diskrepanz zwischen Raffinerieproduktion und Nachfrage, mit negativen Folgen für die Versorgungssicherheit und die Umwelt verantwortlich.