Die Suche und die Förderung

Die Nutzung von Erdöl begann schon zu den Zeiten der Ägypter.

Bei der Suche nach Erdöl und Erdgas muß man sich ein Bild vom Verlauf der Gesteinsschichten machen, um herauszufinden, wo Vorraussetzung für die Ansammlung von Erdöl und Erdgas im Untergrund sind. 

Wird eine Lagerstätte angebohrt, so gibt es zwei Möglichkeiten der Förderung: Entweder das Speichergestein steht durch Erdgas unter einem hohen Lagerstättendruck, der einige 100 bar betragen kann und das Öl mit Gewalt nach oben drückt; diese Art der Förderung nennt man Eruptivförderung. Oder es herrscht ein zu geringer oder gar kein Lagerstättendruck, dann müssen Tiefpumpen das Öl fördern; man nennt dies Pumpenförderung.

Die ersten Bohrungen

Bei den ersten Erdölbohrungen 1857 in Rumänien, 1858 in USA und im gleichen Jahr auch in Deutschland in Wietze bei Celle wurde man bereits in Tiefen von weniger als 50 m fündig. Heute muß man einige 1.000 Meter tief bohren, um in erdölhöffigen Gebieten auf Öl zu stoßen, wobei im Einzelfall Bohrtiefen von mehr als 6.000 m erreicht wurden. Durch neuere Techniken benötigt man deutlich weniger Suchbohrungen als in der Vergangenheit.

Erdöl wird schon seit der Antike vom Menschen genutzt

Vor Jahrtausenden hatten bereits Chinesen, Ägypter, Assyrer und später auch die Römer Erdöl, das auf natürlichem Wege aus dem Boden trat, u.a. als Heilmittel, zu Leuchtzwecken und als Abdichtmaterial verwendet. In der Nähe des Tegernsees nutzten die ansässigen Mönche schon um 1400 das dort in kleinen Mengen aus der Erde tretende Öl unter dem Namen "St. Quirinus-Öl" Erdöl zu Heilzwecken.

Wie hoch ist die Ausbeute?

Bedingt durch das feinporige Speichergestein ist es nicht möglich, eine Erdöllagerstätte vollständig zu entölen. Am Anfang der Erdölgewinnung mit Bohrungen, um 1860, war man froh, ca. 10% bis 20% des vorhandenen Öles fördern zu können. Heute erreicht man mit Sekundärverfahren wie Wasserfluten und Tertiär-Fördermethoden wie Heißdampf- oder Heißwassereinpressung, unter Umständen in Verbindung mit Tensiden (seifenähnlichen Stoffen) und anderen Verfahren, Ausbeuten bis etwa 50%. In Ausnahmefällen sind sogar Werte zwischen 60 und 70 % möglich.

Erdöl ist ein begrenzter Rohstoff

Geographische Verteilung der Ölreserven

Die natürliche Bildung neuer Erdölvorkommen ist allerdings wegen des langen Entstehungszeitraumes und fehlender Randbedingungen nicht möglich. Die Menschheit wird deshalb wahrscheinlich das derzeit vorhandene Erdöl in weniger als einem Millionstel der Zeit aufbrauchen, die seine Entstehung gedauert hat. Jedoch wird Erdöl, relativ betrachtet, noch über viele Jahrzehnte eine sehr bedeutende Rolle spielen.

Erdöl - das schwarze Gold

Kein anderer Energieträger, kein anderer Rohstoff läßt sich vergleichsweise so einfach transportieren, so einfach verarbeiten und so vielfältig verwenden wie das Erd- bzw. Mineralöl. Dieser Umstand, gepaart mit einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, ließ Erdöl zum wichtigsten Energieträger und zum bedeutendsten Handelsgut der Welt werden.