Qualitäten Veredelung

Eine Nachbehandlungsmethode

Die Mindest-Qualitätsanforderungen an die Produkte der Mineralölindustrie sind in DIN- oder europäischen EN-Normen festgelegt. Die Normen werden gemeinsam von den Betroffenen erarbeitet. So sind an den europäischen Normen für Kraftstoffe die Mineralölwirtschaft und die Automobilindustrie beteiligt. Bei der Umsetzung als nationale Norm beteiligen sich außerdem der ADAC als Anwalt der Verbraucher und Behördenvertreter. Damit ist sichergestellt, dass Benzin, das diesen Normen entspricht, die Anforderungen der Kfz-Motoren und umweltspezifische Kriterien erfüllt.

Die Festlegung der Produkteigenschaften als DIN-Qualität gibt Herstellern von Fahrzeugen oder Heizungsanlagen die Grundlage, ihre Erzeugnisse ebenfalls auf diese Eigenschaften einzustellen. Für den Verbraucher sind damit unliebsame Überraschungen von dieser Seite ausgeschlossen. Das gilt für Benzine und Dieselkraftstoff ebenso wie für leichtes Heizöl und für Schmierstoffe. Produktspezifikationen dieser Produkte können nochmals gegenüber den DIN-Anforderungen verschärft werden.

Es gelten:

DIN EN 589 für Autogas 

DIN 51 622 für Flüssiggase 

DIN EN 228 für unverbleite Benzine 

DIN EN 590 für Dieselkraftstoff 

DIN 51 603 Teil 1 für Heizöl EL 

DIN 51 603 Teil 3 für schweres Heizöl 

DIN 51 603 Teil 5 für schweres Heizöl mit niedrigem Schwefelgehalt 

DIN 51 501 bis DIN 51 525 regelt die Anforderungen an Schmieröle

Die Mischvorgänge erfolgen überwiegend nach dem „Inline-Blending-Verfahren". Von jedem Produkt- und von jedem Additiv-Tank werden die für die Mischung errechneten Mengen durch Dosierpumpen gleichzeitig in die zum Fertigproduktentank führende Leitung gegeben. Durch Analyseautomaten, die aus dieser Leitung Proben entnehmen, und durch die Laborkontrolle aller Eigenschaften des angemischten Produktes wird die Einhaltung der richtigen Zusammensetzung überprüft. 

Mischung

Flüssiggas oder Flugturbinentreibstoffe (Jet A 1) erhält man aus den Verarbeitungsanlagen (Destillation, Entschwefelung) in verkaufsfähiger Qualität. Ottokraftstoff (Motorenbenzin), Dieselkraftstoff und Heizöle müssen hingegen aus mehreren Komponenten gemischt werden, um die Qualitätsanforderungen erfüllen zu können. 

Diese Mischvorgänge aus teilweise bis zu mehr als zehn Komponenten nach ständig neu anzupassenden Rezepturen erlauben die Auslieferung von gleichbleibender Qualität trotz ständig wechselnder Rohölsorten und der Herkunft der Vorprodukte aus den verschiedensten Raffinerieverfahren. Hilfsstoffe (Additive) werden zur Erzielung bestimmter Eigenschaften zudosiert. Dies sind z.B. beim Motorenbenzin Stoffe zur Verhinderung von Eisbildung im Vergaser, von Ablagerungen im Einlasssystem und zur Vermeidung von Reaktionen mit dem Luftsauerstoff bei längerer Lagerung, beim Diesel zur Fließverbesserung, zur Erhöhung der Leitfähigkeit und Einstellung der Schmierfähigkeit. 

Das richtige Mischverhältnis setzt genaue Kenntnisse darüber voraus, wie die Verbrennungsvorgänge z.B. in den Motoren ablaufen. Die großen Mineralölgesellschaften führen hierzu Untersuchungen in ihren eigenen Forschungsstätten durch. Immerhin müssen aus einer Vielzahl an Benzinkomponenten die für den Kraftstoffmarkt heute erforderlichen Benzinsorten erzeugt werden: - Normal unverbleit - Super unverbleit - Super Plus unverbleit. Bleihaltiges Benzin wird seit 2001 nicht mehr gehandelt.