Erdölversorgung

Breiter gestreut als bisher!

Die „Rohstoffversorgung" der deutschen Raffinerien stammt aus drei Quellen:
  • dem Import von Rohöl
  • dem inländischen Rohöl
  • dem Einsatz halbfertiger Erdölprodukte
Die dicken Pfeile links im Schaubild sollen die Herkunft und Größenordnung der Einfuhren und die Pipelines vom Ölfeld zur Küste bzw. zur Raffinerie symbolisieren. Die Hochseetanker stellen das Bindeglied zwischen Beladehafen und Anlandehafen dar. Dieser Löschhafen mag bei einer Küsten-Raffinerie liegen oder bei der Kopfstation einer ins Binnenland führenden Pipeline; sie transportiert in der Regel das Rohöl zu den Raffinerien.

Mineralölunternehmen in Deutschland beziehen Rohöl aus Quellen, die heute breiter gestreut sind als in der Vergangenheit. In den 70er Jahren stammten über 90 % der Rohölimporte Westdeutschlands aus Afrika und dem Nahen Osten. Dabei standen abwechselnd Saudi-Arabien und Libyen unter den Lieferländern an der Spitze. Zur Zeit deckt das Rohöl aus Nordseevorkommen und aus den GUS-Staaten den größten Teil des deutschen Rohölbedarfs, womit das potentielle Versorgungsrisiko deutlich reduziert wurde.

Abnahmestruktur und Logistik bestimmen die Standorte

Öl wird selten dort gefunden, wo man es braucht. Wo soll man es also verarbeiten? Grundsätzlich wählt man einen Raffineriestandort nach zwei Optionen aus:

Errichtung der Raffinerie in der Nähe der Rohölvorkommen, was den Rohölweg verkürzt, andererseits aber einen längeren Transport einer Vielzahl von Fertigprodukten zu den Verbrauchsschwerpunkten bedeutet.

Bau der Raffinerien in der Nähe von Verbrauchszentren, was die Anlieferung des Rohöls zwar verlängert, jedoch zu einer Verkürzung der Transportwege für die zahlreichen Fertigprodukte führt.