Basiswissen

Die Spritpreise setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

  • Steuern & Abgaben
  • Einkaufs- bzw. Produktpreis
  • Kosten & Gewinn.
Weitere Preisinformationen finden Sie auf den Seiten des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV).

Mehr als die Hälfte des Kraftstoffpreises sind Steuern und staatliche Abgaben

Der größte Anteil des Spritpreises in Deutschland entfällt auf Steuern und staatliche Abgaben. Bei einem Benzinpreis von 137,9 Cent je Liter E 10 sind das 87,7 Cent bzw. 64,0 Prozent des Preises (Stand: 05. November 2017).

Darin enthalten sind die Energiesteuern einschließlich Ökosteuer (65,5 Cent je Liter), der Erdölbevorratungsbeitrag (rund 0,3 Cent) und die Mehrwertsteuer, die auf die Energiesteuer, den Erdölbevorratungsbeitrag, den Einkaufs- bzw. Produktpreis sowie Kosten und Gewinn erhoben werden.

Steigen die Einkaufspreise für Benzin- und Diesel und damit auch der Verkaufspreis an der Tankstelle, steigt damit auch über die Mehrwertsteuer der absolute Steueranteil.

Die Einkaufspreise beeinflussen den Kraftstoffpreis

Der zweitgrößte Anteil entfällt auf den Einkaufs- bzw. Produktpreis für Kraftstoff auf dem internationalen Markt. Er liegt momentan bei 38,1 Cent pro Liter (28,0 Prozent).
Der Einkaufspreis für Benzin und Diesel richtet sich nach
  • dem Ölpreis, der durch Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt bestimmt wird. Er liegt aktuell (Stand: 05. November 2017) bei 62,6 US-Dollar je Barrel (1 Barrel sind rund 159 Liter). Der Weltmarktpreis für Rohöl wird häufig durch politische Faktoren beeinflusst, wie momentan durch den Irankonflikt,
  • dem Euro/Dollar-Wechselkurs, da Rohöl und Mineralölprodukte international in Dollar gehandelt werden. Aktuell notiert der Euro gegenüber dem Dollar mit einem Wechselkurs von 1,17 (Stand: 05. November 2017). Dieser Kurs beeinflusst den Einkauf von Öl und damit letztlich auch den Einkaufspreis für Kraftstoffe,
  • der Angebots- und Nachfragesituation für Benzin und Diesel auf dem Weltmarkt. Das bedeutet der Einkaufspreis für Benzin oder Diesel kann auch steigen, wenn der Rohölpreis unverändert bleibt.

Kosten und Gewinn

Der kleinste Anteil des Spritpreises entfällt auf die Marge der Mineralölgesellschaften. Sie liegt aktuell bei 12,1 Cent pro Liter (9,0 Prozent) und dient fast ausschließlich zur Deckung der Kosten beispielsweise für den Transport des Sprits an die Tankstellen, für die Provision an die Tankstellenpächter, Investitionen in Umweltauflagen, Marketing und Vertrieb etc.

Darin enthalten ist auch die Kalkulation eines Gewinns. Aral erzielte in den vergangenen Jahren nach Steuern lediglich einen Cent Gewinn pro verkauftem Liter.

Zentraler Faktor: Wettbewerb

Die starken Preisschwankungen von bis zu fünfzehn Cent pro Tag im deutschen Tankstellenmarkt liegen an dem extremen Preiswettbewerb zwischen den Anbietern.
Der Spritabsatz in Deutschland geht seit Ende der 90er Jahre zurück. Die Anzahl der Tankstellen ist aber im Verhältnis dazu nicht im gleichen Maße gesunken.

Das hat zu einer drastischen Verschärfung des Preiswettbewerbs zwischen den Anbietern im Tankstellenmarkt geführt: Gab es 1999 lediglich 43 Tage mit bundesweiten Preiserhöhungen, so waren es 2013 365 Tage!

Diese Erhöhungsversuche waren notwendig, um die wettbewerbsbedingten täglichen Senkungen sowie die Preiserhöhungen auf der Einkaufsseite auszugleichen.

Ohne die wiederkehrenden Erhöhungen hätte die gesamte Branche – große wie kleine Anbieter – am Ende des Jahres nicht wirtschaftlich Kraftstoffe verkaufen können.

Der Spritpreis ist der "Brotpreis der Nation"

Gerade die Transparenz des Marktes bringt es mit sich, dass Tankstellenunternehmer und Firmenzentrale die Preisentwicklung bei den Wettbewerbern täglich beobachten und sofort auf Veränderungen reagieren. Der Spritpreis ist der Brotpreis der Nation. Kaum ein anderer Preis wird so kritisch und mit hoher Sensibilität betrachtet.

Deutschland bei Nettopreisen im untersten Drittel

Preisdifferenzen führen bei Tankstellen-Kunden in aller Regel zu einem schnellen Wechsel an eine Tankstelle mit einem niedrigeren Spritpreis. Deshalb führen Preissenkungen einzelner Tankstellen zu unmittelbaren Reaktionen der Wettbewerber und lösen nicht selten Preissenkungs-Spiralen aus.
Der starke Preiswettbewerb im Tankstellenmarkt führt dazu, dass Deutschland bei den Nettopreisen für Benzin und Diesel – also ohne Steuern – in der Regel im untersten Drittel in Europa liegt.

Das zeigt auch ein aktueller Spritpreis-Vergleich innerhalb der Europäischen Union (EU).

Regionale Preisdifferenzen

Besonders deutlich wird die scharfe Konkurrenz in regionalen Märkten mit hoher Wettbewerbsdichte. Wo etwa Anbieter wie Verbrauchermärkte oder große Möbelhäuser Tankstellen in Stadtrandlagen betreiben und Sprit zu Billigpreisen anbieten, um Kunden für ihr Kerngeschäft anzulocken, müssen auch die Tankstellenpächter der großen Marken mit niedrigeren Spritpreisen reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und eine dauerhafte Kundenabwanderung zu verhindern.

Aus dem unterschiedlichen Wettbewerbsniveau in verschiedenen regionalen Märkten erklären sich so die regionalen Differenzen beim Spritpreis in Deutschland.