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Trends beim Kaffee-Genuss

Institution im Kaffee-Markt: Bereits zum sechsten Mal untersucht Aral mit der Studie „Trends beim Kaffee-Genuss“ die Vorlieben und Präferenzen der Deutschen rund um das beliebte Heißgetränk.
Aral Studie „Trends beim Kaffee-Genuss“

Extrem treue Fangemeinde

92 Prozent der Deutschen trinken Kaffee / Starke Konsumenten werden unter den jüngsten Befragten zur Minderheit.

Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk: Geht es um den generellen Kaffeekonsum, sind die Bundesbürger ein Paradebeispiel für Konstanz und Berechenbarkeit. 92 Prozent der Deutschen trinken zumindest gelegentlich eine Tasse Kaffee oder einen Coffee-to-go, damit liegt der Anteil exakt so hoch wie bei der Vorgängerbefragung aus dem Jahr 2017. Der Anteil der Kaffeetrinker schwankt seit der Ersterhebung der Studie somit lediglich in einem schmalen Korridor zwischen 92 und 94 Prozent.

 

Deutlichere Veränderungen sind dagegen bei der Trinkfrequenz zu beobachten. Vor zwei Jahren tranken noch 76 Prozent der Befragten täglich Kaffee, jetzt sind es nur noch 72 Prozent. Bei den Männern ist der Griff zur Kaffeetasse für 76 Prozent eine tägliche Selbstverständlichkeit, bei den Frauen sind es nur 69 Prozent. Noch gravierender fallen die Unterschiede in den untersuchten Altersgruppen aus. Im ältesten Segment der ab 46- Jährigen trinken 85 Prozent der Befragten täglich einen Kaffee, weitere 8 Prozent mehrmals pro Woche. Nur ganze 3 Prozent verzichten ganz auf den belebenden Genuss.

Aral Kaffee-Genuss Diagramm 1

Extrem treue Fangemeinde: 90 Prozent der Deutschen trinken Kaffee

Trio vereint über 80 Prozent auf sich

Kaffee mit frischer Milch oder Kaffee mit Milch und Zucker obenauf / Frauen mögen Kaffeespezialitäten.

Kopf-an-Kopf-Rennen um den beliebtesten Kaffee in den eigenen vier Wänden: Wenn die Deutschen zu Hause  ihren Favoriten aus gerösteten Bohnen zubereiten,  konzentriert sich das Hauptinteresse auf drei Varianten mit einer in etwa gleich großen Anhängerschaft. Der Kaffee mit Milch und Zucker liegt gleichauf mit dem  Kaffee mit frischer Milch und jeweils 28 Prozent auf dem ersten Platz. Der schwarze Kaffee ist für ein Viertel der Befragten erste Wahl, so dass diese drei Varianten  insgesamt über 80 Prozent auf sich vereinen. Zu den Randerscheinungen mit einer Zustimmungsquote jeweils unterhalb von zehn Prozent gehören der Kaffee mit  Kondensmilch, ein Kaffee mit Zucker und Kaffeespezialitäten mit frisch aufgeschäumter Milch.

 

Unter dem Spitzentrio verbuchte der schwarze Kaffee mit einem Plus von drei Prozentpunkten den stärksten Zuwachs, das Interesse an einem Kaffee mit frischer Milch stieg um einen Prozentpunkt. Ein Abschlag von zwei Prozentpunkten gibt es dagegen beim Kaffee mit Milch und Zucker. Beim Vergleich unter den Geschlechtern fällt auf, dass sich Männer überdurchschnittlich oft einen Kaffee „ohne alles“ zubereiten und weniger Gefallen an frischer Milch in ihrem Getränk finden. Bei Frauen ist letztgenannte Variante mit frischer Milch und einem Anteil von 32 Pro-zent der eindeutige Favorit. Frauen wünschen außerdem vier Mal häufiger als Männer eine Kaffeespezialität.

Kaffee mit frischer Milch und Zucker

Ein selbstverständlicher Begleiter

Zwei von drei Deutschen bestellen regelmäßig Coffee-to-go.

Aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Zwei von drei Deutschen trinken zumindest manchmal einen Coffee-t o-go. Bei 17 Prozent der Befragten steht der „Kaffee auf die Hand“ täglich oder zumindest mehrmals pro Woche auf der Einkaufsliste, weitere 50 Prozent konsumieren ihn ge-legentlich. Der typische Coffee-to-go-Trinker ist männlich, jung und wohnt in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg. Denn 21 Prozent der Männer bestellen täg-lich oder mehrmals pro Woche einen Coffee-to-go – bei den Frauen liegt der Anteil der starken Kaffeetrinkerinnen nur bei 12 Prozent.

 

Noch größer sind die  Unterschiede in den Altersgruppe. Unter den 18- bis 35-Jährigen greift mehr als jeder Vierte (26 Prozent) t äglich oder mehrmals wöchentlich zum Kaffee auf die Hand, im mittleren Alters- segment (36 bis 45) sinkt dieser Anteil auf 19 Prozent und unter den ältesten Studienteilnehmern gönnen sich nur 9 Prozent den Unterwegs-Genuss. In dieser Alters-gruppe verzichtet fast jeder Zweite vollständig auf Coffee-to-go.

 

Die meisten täglichen Coffee-to-go-Trinker leben mit einem Anteil von 21 und 20 Prozent in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Weniger beliebt ist das Unterwegs-Getränk in  Bayern mit einem Anteil von  9 Prozent für die häufigen Konsumenten.Fragt man die Coffee-to-go-Trinker nach ihrer Einstellung zu aromatisierten Kaffeespezialitäten, wird deutlich, dass die Akzeptanz stetig wächst. 2012 hatten nur 45 Prozent der Befragten schon einmal eine aromatisierte Kaffee-spezialität gekauft, inzwischen sind es 55 Prozent.

Diagramm Coffee-to-go

Am liebsten im Duett

Rund 90 Prozent der Coffee-to-go-Trinker lassen sich gern zu einem Snack verführen.

Eine leckere Begleitung zum Kaffee ist immer häufiger willkommen: Gönnen sich die Bundesbürger einen  Coffee-to-go, dann bestellen sie auch häufig einen  kleinen Snack dazu. Nur 11 Prozent der Befragten geben an, dass sie nie der Versuchung eines Schokoriegels oder von süßen Backwaren erliegen. Mit 9 Prozent ist die Gruppe derer fast genauso groß, die zum Kaffee  auf die Hand in mindestens neun von zehn Fällen auch  einen Snack kaufen. Mit 34 Prozent stellen diejenigen die größte Gruppe, die eher selten etwas zum Coffee-to-go dazukaufen. Während sich das Konsumverhalten von Frauen und Männern nur minimal unterscheidet, greift vor allem die jüngste Vergleichsgruppe überdurchschnittlich oft zu einem Snack. Für 15 Prozent der 18- bis 35-Jährigen geht die Coffee-to-go-Bestellung immer mit einer Leckerei einher, während nur 6 Prozent nie ein doppeltes  Vergnügen ordern. Umgekehrt dazu verhält sich das Einkaufsverhalten der über 45-Jährigen: Nur 5 Prozent von ihnen kaufen immer eine Süßigkeit dazu, 16 Prozent nie.

 

Bei der Auswahl eines Snacks belegt das Croissant  unverändert den ersten Platz und hat den Vorsprung auf die Konkurrenz sogar ausgebaut. 27 Prozent der Studienteilnehmer bestellten bei ihrem letzten Einkauf das französische Gebäck und damit vier Prozentpunkte mehr als bei der Vorgängerbefragung (Mehrfachnennungen möglich). Süße Backwaren auf Rang zwei mit 25 Prozent (plus drei Prozentpunkte) und herzhafte Backwaren wie belegte Brötchen mit 23 Prozent (plus vier Prozentpunkte) erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Den  größten Sprung in der Beliebtheitsskala machen die Schokoriegel mit einem Zuwachs von 8 Prozentpunkten auf 16 Prozent. Für diese Steigerung ist vor allem die jüngste Altersgruppe verantwortlich – 26 Prozent von  ihnen entscheiden sich regelmäßig für diese Süßigkeit.

Diagramm Coffee-to-go: Was dazubestellt wird

Nachhaltigkeit wichtiger denn je

Erster Koffeinschub direkt nach dem Aufstehen / Zeitlich Grenze wird seltener.

Nie war nachhaltig angebauter Kaffee so stark gefragt wie heute: Inzwischen nutzt fast jeder dritte Deutsche (31 Prozent) bei der Zubereitung in den eigenen vier Wänden Kaffeebohnen aus kontrolliertem Anbau. Seit der Ersterhebung dieser Daten ist das ein neuer Spitzen-wert und eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2014. Vor vier Jahren waren es nur 23 Prozent, die da-rauf achteten. Ausgeprägt ist die Nutzung nachhaltigen Kaffees in der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen mit einem Anteil von 34 Prozent. 43 Prozent von ihnen trinken  konventionell angebauten Kaffee und 23 Prozent wissen nicht, welche Sorte Kaffee sie trinken. In der Vergleichs-gruppe der ab 46-Jährigen ergibt sich ein anderes Bild: Konventioneller Kaffee liegt mit 66 Prozent klar vorn,  27 Prozent trinken nachhaltigen Kaffee. Der typische Nutzer nachhaltigen Kaffees ist weiblich, gehört zur  jüngeren Befragungsgruppe der 18- bis 35-Jährigen und wohnt in Nordrhein-Westfalen.

 

Befragt nach den Zeiten, in denen normalerweise Kaffee getrunken wird, herrscht ebenfalls ein breiter Konsens über alle demografischen Gruppen hinweg. Rund zwei Drittel der Kaffeetrinker können den ersten Genuss des Tages kaum erwarten und versorgen sich innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen mit einem Munter-macher (Mehrfachnennungen waren möglich). In etwa gleich groß ist das Interesse am Vormittag oder am Nachmittag. Zur Mittagszeit bestellen nur 39 Prozent der Befragten einen Kaffee und abends gehört er nur noch für 15 Prozent der Studienteilnehmer zum Tagesablauf. Obwohl abends weniger Kaffee getrunken wird, gibt es dafür keine dogmatischen Gründe, denn es setzen sich nur noch 35 Prozent der Coffee-to-go-Trinker eine zeit-liche Grenze, nach der sie kein Getränk mit Koffein zu sich nehmen. Vor vier Jahren galt das noch für 43 Pro-zent. Diejenigen, die bewusst verzichten, bestellen im Mittel nach 18 Uhr keinen Kaffee mehr.

Diagramm Art des Kaffees

Vielfahrer wohnen in Bayern und schätzen Flexibilität

Drei von vier Deutschen sind gelegentlich auf Langstrecken unterwegs.

Keine Scheu vor langen Strecken: 74 Prozent der Kaffeetrinker legen zumindest gelegentlich Strecken von mehr als drei Stunden Fahrtzeit mit dem Auto zurück. Seit der Ersterhebung der Studie ist dieser Wert relativ konstant. Bei den 36- bis 45-Jährigen ist der Anteil mit 78 über-durchschnittlich hoch, bei der ältesten Vergleichsgruppe der ab 46-Jährigen sind es nur 66 Prozent.Bei der Frage nach der Anzahl der längeren Fahrten pro Jahr belegt die aktuelle Studie ebenfalls, dass sich das Nutzungsverhalten der Bundesbürger nur wenig ändert. Die größte Gruppe mit einem Anteil von 39 Prozent  stellen die Autofahrer, die pro Jahr vier bis sechs längere Fahrten unternehmen. 32 Prozent beschränken sich auf ein bis drei Fahrten.

 

Im Vergleich zur Vorgängerstudie sinkt dagegen der Anteil der Vielfahrer mit zehn oder mehr Langstreckenfahrten von 20 auf 17 Prozent. Während das Alter bei der Häufigkeit der Fahrten praktisch keine Rolle spielt, haben Geschlecht und Wohnort weit-aus größere Auswirkungen. Der Anteil der Vielfahrer liegt bei den Männern mit 21 Prozent deutlich höher als bei den Frauen. Noch größer ist die Spreizung im Regionalvergleich. Unter den Befragten aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gab nur jeder Zehnte an, mehr als zehn Langstreckenfahrten pro Jahr zu unter-nehmen. In Bayern liegt der Anteil dagegen bei 25 Prozent und auch Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland knacken die 20-Prozent-Marke.

Diagramm Argumente für das Auto

Erst das Auto und dann lange nichts

Pendler setzen auf den eigenen Wagen und legen weniger Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück.

Trendumkehr im Pendlerverkehr: 2013 wurden die  Studienteilnehmer erstmals danach gefragt, ob sie für den Weg zur Arbeit das eigene Auto nutzen, und bis zum Jahr 2017 wurde der Anteil der Pkw-Nutzer  kontinuierlich kleiner. Die aktuelle Erhebung zeigt jetzt ein anderes Bild. 59 Prozent der Deutschen nutzen auf dem Weg zur Arbeit oder in den Feierabend immer das eigene Auto. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Auch der Anteil derer, die meistens das eigene Auto nutzen oder sich an einer Fahrgemein-schaft beteiligen, steigt im gleichen Zeitraum von 10 auf 13 Prozent. Damit nutzen nur noch 28 Prozent der  Befragten öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder gehen zu Fuß zur Arbeit.

 

Bei der Strecke, die Pendler täglich zur Arbeit zurücklegen, geht der Trend hin zu kürzeren Anfahrtswegen. 36 Prozent der Befragten legen täglich bis zu 10 Kilometer zurück, 34 Prozent fahren 10 bis 20 Kilometer – das  entspricht in beiden Segmenten einem Plus von jeweils zwei Prozentpunkten. Der Anteil der Langstreckenpend-ler mit einer Fahrtstrecke von mindestens 50 Kilometern steigt leicht um einen Prozentpunkt auf 8 Prozent.  Ein deutliches Minus von fünf Prozentpunkten gibt es dagegen im Segment der Pendler mit einem Anfahrtsweg zwischen 20 und 50 Kilometern.

Diagramm Weg zur Arbeit

Berufsverkehr spaltet in zwei Lager

Eine Hälfte empfindet die Zeit im Berufsverkehr als Entspannung,  andere Hälfte als zeitraubende Belastung.

Der Verkehr nimmt zu, die positive Grundeinstellung bleibt bei vielen unverändert: 56 Prozent der Berufspendler geben an, dass sie die Fahrt zur Arbeit oder in den Feierabend als Moment der Entspannung  wahr nehmen (Mehrfachnennungen waren möglich).  In etwa gleich groß ist der Anteil derer, die den Berufs-verkehr  als Belastung empfinden oder gerne weniger Zeit auf der Straße verbringen würden. Junge Studienteilnehmer der 18- bis 35-Jährigen sehen den Straßenverkehr eher gelassen. 61 Prozent beschreiben den  Pendelverkehr als Moment der Entspannung.

 

Bei den  ab 45-Jährigen sehen das nur 52 Prozent so. Geringe Verschiebungen gibt es bei der Zahl der Passagiere pro Fahrzeug, wenn das Auto als Verkehrsmittel genutzt wird. Die Alleinfahrt ist mit einem Anteil von 86 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) die dominieren-de Nutzungsart. 12 Prozent der Befragten (plus zwei  Prozentpunkte) nehmen einen Kollegen mit. Ein verschwindend geringer Anteil von 2 Prozent tut sich zu echten Fahrgemeinschaften zusammen, so dass drei oder mehr Passagiere im Auto sitzen. Damit stagniert der Anteil der Fahrgemeinschaften seit der ersten Befragung zu diesem Themenblock im Jahr 2013. Die jüngste Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen steht  gemeinsamen Fahrten vergleichsweise aufgeschlossen gegenüber. Nur 74 Prozent von ihnen sitzen allein im Auto, 21 Prozent nehmen einen Kollegen mit und immerhin 5 Prozent schließen sich zu Fahrgemeinschaften zusammen.

Diagramm Weg zur Arbeit

Für die jungen Konsumenten ein In-Getränk

Auf dem Weg zur Arbeit entscheidet das Alter über das Konsumverhalten / Pausen werden bewusster wahrgenommen.

Muntermacher auf dem Weg zur Arbeit und ein  bewusster Moment der Ruhe und des Genusses: Im  beruflichen Umfeld sind Coffee-to-go und Kaffeepausen eine feste Institution. Immerhin jeder Vierte sorgt auf dem Weg zur Arbeit mit einem „Kaffee auf die Hand“  für  einen belebenden Impuls, weitere 8 Prozent genießen diesen auf dem Weg in den Feierabend. Bei kaum einem  anderen Fragenkomplex hängt die Einstellung der Teilnehmer so stark vom Alter ab. Bei der jüngsten Vergleichsgruppe der 18- bis 35-Jährigen bestellt fast  jeder Zweite (47 Prozent) auf dem Weg zur Arbeit einen Coffee-to-go, weitere 12 Prozent auf dem Weg von der Arbeit in den Feierabend. In der ältesten Vergleichsgruppe der über 45-Jährigen ergibt sich ein völlig  anderes Bild: Nur 13 Prozent kaufen auf dem Weg  zur Arbeit ein Heißgetränk, bei der Rückfahrt sind es  sogar nur 4 Prozent.

 

Auch bei der Bewertung einer Kaffeepause im beruflichen Umfeld sind sich die verschiedenen Generationen nicht einig. 70 Prozent der ältesten Vergleichsgruppe  sehen den Tankstopp als einzige Möglichkeit für eine Kaffeepause, als willkommene Abwechslung oder als erholsame Ruhepause. Diese insgesamt positive Einschätzung teilen unter den jüngsten Studienteilnehmern nur 57 Prozent. Sie wollen möglichst rasch die Fahrt fortsetzen und das spiegelt sich auch in der  Pausenlänge wider. 59 Prozent von ihnen sind nach spätestens 15 Minuten wieder zurück auf der Straße,  19 Prozent brauchen für die Kaffeepause sogar weniger als 5 Minuten. Hat sich die ältere Vergleichsgruppe zu  einer Pause entschlossen, darf es etwas länger dauern. Nur 2 Prozent gönnen sich maximal fünf Minuten,  27 Prozent beschränken sich auf höchstens 15 Minuten. Unter den Kaffeetrinkern, die geschäftlich unterwegs sind und Pausen einlegen, beschreiben 31 Prozent die Kaffee-Auszeit als Moment des bewussten Genusses (plus drei Prozentpunkte). Immerhin 6 Prozent machen die Kaffee-pause zu einem festen Ritual und steuern  immer die  gleichen Parkplätze an (plus drei Prozentpunkte).

Diagramm Wann wird Coffee-to-go bestellt

Multitalent auf dem Weg in den Urlaub

Tankstellen-Kaffee auf Rang zwei nach der Warmhaltekanne.

Wachmacher, ein selbstverständlicher Begleiter und der erste bewusste Genuss auf dem Weg in den Urlaub: Der Kaffee erfüllt auf Reisen die unterschiedlichsten  Erwartungen. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent / Mehr-fachnennungen waren möglich) schätzt ihn als Munter-macher, für 44 Prozent gehört er ganz selbstverständlich zur Urlaubsfahrt dazu und für jeden Dritten ist er der erste bewusste Reisegenuss. Dass Geruch und Geschmack ein erstes Urlaubsfeeling verbreiten, trifft vor allem auf die Befragten in Baden-Württemberg zu, die zu 44 Prozent dem Kaffee diese Eigenschaft zuschrei-ben. Seine Wachmacher-Qualitäten werden ebenfalls in Baden-Württemberg sowie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überdurchschnittlich stark geschätzt. Die Gruppe derer, die auf Reisen ganz auf Kaffee verzichten, ist mit insgesamt 6 Prozent eher klein.

 

Auf dem Weg in den Urlaub vertrauen die Kaffeetrinker verstärkt auf das selbst zubereitete Heißgetränk aus der Warmhaltekanne. Inzwischen bevorzugen 31 Prozent  diese Zubereitungsart – vor vier Jahren waren es nur  23 Prozent. Die Nummer zwei der Favoritenliste belegt der frisch zubereitete Kaffee an der Tankstelle. Männer gehören eher zu den Konsumenten als Frauen und auch die mittlere Altersgruppe der 36- bis 45-Jährigen verbindet den Tankstopp überdurchschnittlich oft mit einem „Kaffee auf die Hand“. Im Regionalvergleich stechen  in diesem Punkt die Studienteilnehmer aus Berlin,  Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern heraus:  38 Prozent von ihnen versorgen sich an der Tankstelle mit einem Kaffee, in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland trifft das nur auf 17 Prozent zu.Größere Einigkeit herrscht bei der Pausenlänge: Über  alle demografischen Faktoren hinweg dauert die Durchschnittspause 5 bis 15 Minuten (52 Prozent der Befragten). Nur 6 Prozent wollen nach einem Tankstopp so schnell wie möglich zurück auf die Straße und  pausieren weniger als fünf Minuten. Gleich groß ist  der Anteil derer, die sich eine mehr als 30-minütige  Auszeit gönnen.

Diagramm Kaffee auf Reisen

Bereits mehr als jeder Vierte denkt schon an die nächste Mahlzeit

Bei der Unterwegs-Verpflegung geht es um Schnelligkeit und ein großes Warenangebot.

Der knurrende Magen ist der wichtigste Grund für den Zwischenstopp: Wenn die Deutschen mit dem Auto  unterwegs sind und etwas zu essen oder zu trinken kaufen, dann geht es in erster Linie um die Befriedigung ganz akuter Bedürfnisse. 74 Prozent der Studienteil-nehmer geben an, dass sie unterwegs ausschließlich Verpflegung für den Sofort-Verzehr einkaufen. Bereits mehr als jeder Vierte denkt über den aktuellen Hunger und Durst hinaus und kauft bei der Gelegenheit auch für die Zubereitung der nächsten Mahlzeit ein. Bei  diesen erstmals gestellten Fragen zum Konsumverhalten hat Geschlecht, Alter oder Wohnort keine oder nur  minimale Auswirkungen auf die Antwort. Ebenfalls erstmals wurden auch Präferenzen bei den Einkaufsmotiven der Studienteilnehmer erhoben. Sie wurden danach befragt, welche Punkte beim Einkauf  unterwegs besonders wichtig sind und dabei stellen   die Pragmatiker die größte Gruppe. 40 Prozent der  Befragten achten beim Einkauf darauf, dass es  möglichst schnell geht und ihnen eine zeitraubende Parkplatzsuche erspart bleibt. 27 Prozent setzen andere Prioritäten und machen eine möglichst große Auswahl zum wichtigsten Entscheidungskriterium.

 

Für 21 Prozent ist Bequemlichkeit das wichtigste Einkaufsmotiv, denn  sie bevorzugen verzehrfertige Speisen und richten ihr Konsumverhalten danach aus. Lediglich 12 Prozent  kaufen nur dann ein, wenn sie den Zwischenstopp unter-wegs auch mit dem Wocheneinkauf verbinden können. Männer und Frauen unterscheiden sich nur unwesentlich in ihrem Einkaufsverhalten. Männern ist eine große  Aus  wahl überdurchschnittlich wichtig, Frauen haben eher die Verbindung mit dem Wocheneinkauf im Blick. Gravie-render sind die Unterschiede in den Alterssegmenten. In der jüngsten Gruppe der 18- bis 35-Jährigen achten 39 Prozent der Befragten auf eine möglichst große Auswahl. Das Plus im Vergleich zum Durchschnitt geht fast aus-schließlich zu Lasten der Kombination mit dem Wochenein-kauf: Diese Verbindung spielt nur für  3 Prozent eine Rolle. Bei den über 45-Jährigen wird der traditionelle Wochenein-kauf noch von 15 Prozent der  Befragten mit einbezogen. Auf verzehrfertige Speisen greifen überdurchschnittlich  oft die Befragten aus Berlin, Brandenburg und Mecklen-burg-Vorpommern zurück (30 Prozent). In Nordrhein- Westfalen ist der Anteil mit 17 Prozent besonders gering. Dafür achten die Konsumenten zwischen Rhein und Ruhr häufiger auf eine möglichst große Auswahl.

Diagramm Unterwegs-Verpflegung

Ein bis zwei Einkäufe pro Woche reichen

Ist Frische das wichtigste Einkaufsmotiv, kaufen die Deutschen häufiger ein.

Für die Mehrheit reichen ein bis zwei Einkäufe pro  Woche: Fast zwei von drei Befragten (63 Prozent) geben an, dass sie bei Lebensmitteln mit einem oder höchstens zwei Wocheneinkäufen im Supermarkt, beim Discounter oder an der Tankstelle auskommen. 32 Prozent kaufen drei bis fünf Mal pro Woche Lebensmittel ein und 5  Prozent sogar täglich. Entgegen den Erwartungen spielt das Alter praktisch keine Rolle bei der Einkaufsfrequenz, denn in allen Altersgruppen spiegelt der Wocheneinkauf mit maximal einer Ergänzung die Präferenzen wider. Verschiebungen ergeben sich dann, wenn die Befragten die Frische von Lebensmittel nicht als wichtigstes Einkaufskriterium nennen. In dieser Gruppe bevorzugen 72 Prozent den Wocheneinkauf und nur 23 Prozent  gehen drei bis fünf Mal einkaufen.

 

Ist Frische die  zentrale Voraussetzung, steigt dieser Anteil auf 34 Prozent. Ein klares Gefälle ergibt sich vor diesem Hintergrund auch bei den Geschlechtern. Ist Frische weniger wichtiger,  beschränken sich 78 Prozent der Männer auf den  Wocheneinkauf, aber nur 62 Prozent der Frauen. Bei den über 45-Jährigen sind es sogar 82 Prozent, die mit einem oder zwei Lebensmitteleinkäufen pro Woche  auskommen. Im Regionalvergleich ist dieses Verhalten mit 88 Prozent in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland besonders ausgeprägt. Befragte, die in dieser Region täglich Lebensmittel einkaufen, sind mit weniger als einem Prozent die absolute Ausnahme.

Diagramm Häufigkeit Lebensmitteleinkauf

Weniger Mahlzeiten, häufiger zu Hause

Rückläufige Tendenz zu allen Uhrzeiten / Verpflegung in den eigenen vier Wänden liegt voll im Trend.

Die Deutschen greifen seltener zu Messer und Gabel: Danach befragt, zu welchen Anlässen die Studienteilnehmer am vergangenen Wochentag etwas gegessen haben, nimmt der Anteil in allen Bereichen ab. Zwar  gehören Frühstück, Mittagessen und Abendessen für viele zum normalen Tagesablauf, doch auch hier ist die Tendenz rückläufig. 71 Prozent haben ein Frühstück zu sich  genommen (76 Prozent in 2014), 65 Prozent ein Mittag essen (2014: 70 Prozent) und 72 Prozent ein Abend essen (2014: 80 Prozent). Ebenfalls rückläufig ist die  Entwicklung bei den Zwischenmahlzeiten. Gönnten sich vor vier Jahren bei der letzten Erhebung zu diesem  Fragenkomplex noch 27 Prozent einen Vormittagssnack, sind es jetzt nur noch 23 Prozent. Am Nachmittag fällt der Anteil von 37 auf 33 Prozent. Bei der Zwischenmahlzeit am Nachmittag liegen Frauen mit 38 Prozent und die Befragten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen klar über dem Durchschnitt. In den südöstlichen Bundesländern gönnt sich fast jeder Zweite  (48 Prozent) eine Nachmittagszwischenmahlzeit.

 

Ein grundsätzlicher Trend ist auch dabei zu beobachten, wo die Deutschen ihre Mahlzeiten einnehmen. Dabei werden die eigenen vier Wände immer wichtiger. Die Hochzeiten der Zu-Hause-Versorgung sind das Frühstück (88 Prozent) und das Abendessen (92 Prozent). Lediglich bei der Zwischenmahlzeit am Vormittag liegt die Unterwegs-Versorgung mit 56 Prozent vorn, doch war der  Anteil vor vier Jahren mit 68 Prozent noch deutlich  größer. Beim Mittagessen und am Nachmittag versorgen sich jeweils rund 40 Prozent der Befragten unterwegs – ein Minus von 7 Prozentpunkten bei der Zwischenmahl-zeit am Nachmittag und ein Minus von 11 Prozentpunkten beim Mittagessen gegenüber 2014.

Diagramm Verpflegung

Arbeitsplatz wird zum Esstisch umfunktioniert

Kalte Backwaren am Morgen, warme Mahlzeit im Restaurant am Abend /  Preis weniger wichtig.

Restaurants entfalten erst am Abend ihren Reiz und  die Präferenzen bei Frühstück oder Mittagessen haben sich geändert: Wenn sich die Deutschen unterwegs  verpflegen, bestimmt die Uhrzeit, wo sie das tun. Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) bevorzugt am Abend ein Restaurant, bei den übrigen Mahlzeiten spielt diese Form der Außer-Haus-Verpflegung kaum eine Rolle. In die Kantine gehen die Befragten in erster Linie zum Mittag-essen (23 Prozent), während die Bäckerei ihre Stoßzeiten zum Frühstück und zur Zwischenmahlzeit am Vormittag hat. Über den gesamten Tag verteilt ist der eigene Arbeitsplatz jedoch der wichtigste Platz, an dem die  Studienteilnehmer etwas zu sich nehmen.

 

Beim Frühstück sind es 38 Prozent, bei der Zwischenmahlzeit am Vormittag 34 Prozent, beim Mittagessen noch 30 Prozent und den Nachmittagssnack gönnen sich dort noch 22 Prozent. Lediglich abends bleibt der Schreibtisch oder der Pausenraum verwaist. Entsprechend erfreut sich zu Hause zubereitetes Essen großer Beliebtheit: Abhängig von der Uhrzeit vertrauen bis zu 35 Prozent der Befragten am liebsten den eigenen Zubereitungskünsten. Kalte, belegte Backwaren sind der Renner am Vormittag und auch als Zwischenmahlzeit am Nachmittag noch gefragt. Fastfood kommt bei den Deutschen überwiegend zum Abendessen auf den Speiseplan. Das ist auch die Zeit für eine warme Mahlzeit, die 51 Prozent der Deutschen am Abend erwarten oder wahlweise zum Mittagessen (46 Prozent).

Diagramm Essgewohnheiten